Oberster Rat für Deutschland

Besuchsrechte und Internationalität

Posted by: ORD10.10.2017

Der Oberste Rat für Deutschland erkennt die „Konstitutionen von 1762“ und die „Großen Konstitutionen von 1786“ als Grundlage des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus (AASR) an und richtet sich nach dem allgemeinen Brauchtum der Obersten Räte des AASR, die sich direkt oder indirekt von dem ersten Obersten Rat herleiten, der im Jahre 1801 zu Charleston in Süd-Carolina (USA) gegründet wurde. Die Obersten Räte des AASR sind durch ein System gegen­seitiger Freundschaft eng miteinander verbunden.

Der internationale Zusammenhang ist im Schottischen Ritus enger als sonst in der Freimaurerei üblich. Eine Weltbehörde existiert nicht, vielmehr ist jeder Oberste Rat unabhängig und souverän. So erkennt auch der ORD keine ihm übergeordnete maurerische Autorität an. Er ist die alleinige und oberste maurerische Autorität des AASR im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland.

Die ideelle und konstitutionelle Bindung findet im gemeinsamen Brauchtum des Schottischen Ritus ihren Ausdruck. Die periodisch wiederkehrenden Konferenzen der Souveränen Groß-Kommandeure bzw. der Obersten Räte vertiefen diese Bindung. Die regelmäßigen Treffen gewährleisten sowohl einen ständigen Gedankenaustausch als auch die laufende Zusammenarbeit aller Obersten Räte des AASR. Darüber hinaus erfolgt sehr häufig ein Austausch von Groß-Repräsentanten.

Die weltweite Verbreitung des Schottischen Ritus ermöglicht seinen Angehörigen, auch im Ausland Besuchsrechte wahrzunehmen. Auch dürfen andere Obödienzen besucht werden, mit denen der ORD freundschaftliche Beziehungen unterhält.

In Deutschland hat jeder Bruder des AASR – seinem Grade entsprechend – das Recht, an den Arbeiten eines jeden Ateliers des AASR teilzunehmen.

Entsprechend den Abkommen des ORD mit den befreundeten Systemen weiterführender Grade in Deutschland kann jeder Bruder des AASR in seinem jeweiligen Grad an deren Tempelarbeiten teilnehmen und so weitere freimaurerische Lehrarten kennenlernen. Das gilt für die Andreas-Logen und Kapitel der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland (GLL-FO), für die Schottenlogen und den Inneren und Innersten Orient der Großen National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ (3WK) sowie die Inneren Oriente und den Innersten Orient der Grossen Loge „Royal York zur Freundschaft“ (RYzF). Besuchsrechte bestehen auch zu dem Rektifizierten Großpriorat von Frankreich (GPRF) und dem Unabhängigen Großpriorat von Helvetien (GPIH).

Bisherige Kommentare

  • Kommentar von: Paul

    Wie ist es mit einem Wechsel von einem Hochgrad in der GLLFvD zum AASR, bei Wechsel von FO zu AFAM. Wird dann der Hochgrad im vergleichbaren Hochgrad der AASR übernommen?

    • Kommentar von: Herbert K.

      Wenn ein Bruder von einer Johannisloge der GLLFvD zu einer Loge der GL AFuAMvD gewechselt ist, kann er kein Mitglied in den Erkenntnisstufen des FO mehr sein. Daher kann er dann als AFuAMvD-Bruder Mitglied im AASR werden. Er wird aber nicht sofort im vergleichbaren Grad übernommen. Da die beiden Systeme sehr unterschiedlich sind, muss dem neuen Bruder die Gelegenheit gewährt werden, unser System kennenzulernen. Allerdings werden die Fristen zwischen den Beförderungen bis zum bisherigen Grad verkürzt.

  • Kommentar von: Herbert K

    Die Obersten Räte kennen keine Doppelmitgliedschaften. Wer aus einem anderen Obersten Rat (OR) zu uns wechseln will, scheidet aus seinem bisherigen OR aus und wird bei uns Mitglied. Jeder Ritusbruder gehört auch immer nur einer Perfektionsloge an.
    Auch mit allen Obödienzen mit eigenen Erkenntnisstufen stimmen wir darin überein, dass es keine Doppelmitgliedschaften geben kann, schließlich geben die Besuchsmöglichkeiten genügend Einblicks- und Erlebnismöglichkeiten.

    Mitgliedschaften unserer Brüder in anderen regulären Obödienzen, mit denen wir nicht in freundschaftlichen Beziehungen stehen, wie z. B. dem York Ritus, stören die Mitgliedschaft bei uns nicht.

    Ausgeschlossen sind aber MItgliedschaften in nicht regulären Organisationen wie gemischte Logen, in denen die Mitgliedschaft seitens der VGLvD für alle regulär arbeitende Brüder Freimaurer unzulässig ist.

  • Kommentar von: Herbert K

    Durin hat einen möglichen Wechsel in fernerer Zukunft angedeutet. Dieser Wechsel wird noch in diesem Jahr 2016 mit dem Rektifizierten Schottischen Ritus des Unabhängigen Großpriorats von Helvetien erfolgen.

  • Kommentar von: Durin

    Ergänzung zu „historische“ Gründe:
    Der Wiederaufbau der Freimaurerei nach dem II. WK war alles andere als geradlinig. Sowohl die „blaue“ als auch die „schottische“ Maurerei mussten sich ihren Neuanfang mühsam erarbeiten. Im Jubiläumsband „75 Jahre AASR“ lässt sich dazu einiges – auch zum York Ritus – aus Sicht des ORD nachlesen. Insbesondere ist für mich interessant, wie sich der eine oder andere Protagonist im Laufe der Gründungsjahre unterschiedlich positioniert hat. Wie so oft entwickeln sich die „historischen“ Gründe meistens aus persönlichem Handeln.

  • Kommentar von: Durin

    Die kurze Antwort: Nein.
    Die etwas längere Antwort: Der ORD hat nur die angegebenen Besuchsabkommen geschlossen. Gerne zitiere ich noch einmal den Kommentar von Herbert K.: „Besondere Freundschaftsbeziehungen werden nur mit den Systemen geknüpft, für die von beiden Seiten ein besonderes Interesse hierzu besteht.“
    Was für die fernere Zukunft also nicht generell ausschließt, dass im Bedarfsfall weitere Besuchsabkommen geschlossen werden.
    N.B: In anderen Ländern gelten oft andere Besuchsregelungen als in DEU, denn die Obersten Räte sind in ihren Verantwortungsbereichen souverän.

  • Kommentar von: Durin

    Man kann es so oder so sehen: Der AASR kennt keine Doppelmitgliedschaft, daher fehlt auch die Anmerkung dazu 😉

  • Kommentar von: Thorsten

    Ich finde, dass auf Ebene der Brüder schon ein Interesse besteht, denn dadurch wird der freimaurische Ausstausch sowie die Festigung der Bruderkette in Deutschland gefördert, gerade in dem Zusammenhang, gegenseitigen Lernens und des Austausches. Jedes weiterführende System setzt unterschiedliche Schwerpunkte bzw. betrachtet die Inhalte aus einem anderen Blickwinkel und hat sicher auch seine Stärken und Schwächen. Zwischen den Graden des AASR und des YR gibt es teilweise auch große Ähnlichkeiten.

    https://scottishrite.org/about/media-publications/journal/article/myths-misconceptions-about-the-scottish-rite/

    Welche historischen Gründe meinst Du?

  • Kommentar von: Herbert K

    Es gibt noch sehr viel mehr Obödienzen, mit denen keine Besuchsregelungen bestehen. Besondere Freundschaftsbeziehungen werden nur mit den Systemen geknüpft, für die von beiden Seiten ein besonderes Interesse hierzu besteht. In diesen Fällen gibt es dann auch die hier aufgeführten Besuchsregelungen.

  • Kommentar von: Durin

    Ein sehr berechtigte Frage, die ich spontan nicht beantworten kann. Es hängt sicher auch damit zusammen, dass der York Rite in DEU bisher nicht sehr präsent war. Wenn man die Schrift „75 Jahre AASR in Deutschland“ sehr aufmerksam liest, wird man sich wahrscheinlich auch noch den einen oder anderen (historischen) Grund zusammenreimen können.

  • Kommentar von: Durin

    Lieber Bruder Peter, vielen Dank für dem Hinweis! Die Grafik hat zwar gestimmt, der Text aber nicht ganz 😉
    Nun sollte auch der Text stimmen.
    Mit herzl. Schottengruß
    Heiko

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