Oberster Rat für Deutschland

Besuchsabkommen und Internationalität

Posted by: ORD30.09.2015

Freimaurerei als Idee mag einzigartig sein, gleichwohl haben sich im Laufe von mehr als 300 Jahren Entwicklungsgeschichte unter­schiedliche Interpretationen der grundlegenden Idee in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten etabliert. Freimaurerei tritt heute in vielfältiger Gestalt auf. Zu den Organisationen, die mit dem Obersten Rat für Deutschland dasselbe Grundverständnis von Freimaurerei teilen, bestehen Besuchs- und Freundschafts­abkommen, um den Austausch von Erfahrungen systematisch zu fördern.

Besuchsrechte innerhalb des Schottischen Ritus

Jeder Bruder des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus hat seinem Grade entsprechend das Recht, an den Arbeiten jedes Ateliers des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus teilzu­nehmen, wo immer solche Arbeiten stattfinden.

Die weltweite Verbreitung des Schottischen Ritus ermöglicht jedem seiner Angehörigen, auch im Ausland brüderliche Beziehungen am Ort seines jeweiligen Aufenthaltes zu unterhalten.

Befreundete Systeme weiterführender Grade

Zu den in Deutschland etablierten Systemen weiterführender Grade bestehen Besuchsabkommen. So kann jeder Angehörige des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus in Deutschland auch an den Tempelarbeiten der anderen Systeme teilnehmen und vice versa.

Das gilt insbesondere für die Andreas-Logen und Kapitel der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland (FO), für die Schotten­logen der Großen National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ (3WK) sowie für den Inneren und Innersten Orient der Großen Loge Royal York zur Freundschaft (RYzF).

Durch diese Besuchsabkommen wird es den Ritusbrüdern ermöglicht, nahezu alle freimaurerischen Lehrarten vertiefend kennen zu lernen.

Besuchsregelung mit den Altpreußischen Großlogen

 

Besuchsregelung mit den Altpreußischen Großlogen

Internationale Beziehungen

Die Internationalität ist im Schottischen Ritus stärker ausgeprägt als in anderen freimaurerischen Systemen. Das mag daran liegen, dass keine „Weltbehörde“ des Schottischen Ritus existiert und jeder Oberste Rat grundsätzlich unabhängig (souverän) ist. So erkennt auch der Oberste Rat für Deutschland keine ihm übergeordnete maurerische Autorität an, sondern ist die alleinige und oberste maurerische Behörde des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland.

Der Oberste Rat für Deutschland erkennt die „Großen Konstitutionen von 1786“ als Grundlage des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus an und richtet sich nach dem allgemeinen Brauchtum der Obersten Räte, die sich direkt oder indirekt von dem ersten Obersten Rat herleiten, der im Jahre 1801 zu Charleston in South Carolina gegründet wurde. Die Obersten Räte sind durch ein System gegenseitiger Anerkennung eng miteinander verbunden.

Diese ideelle und konstitutionelle Bindung, die im gemeinsamen Brauchtum des Schottischen Ritus ihren Ausdruck findet, wird durch den Austausch von Groß-Repräsentanten, insbesondere aber durch periodisch wiederkehrende Tagungen der Groß-Kommandeure erneuert und vertieft. Durch diese regelmäßigen Konferenzen ist ein ständiger Gedankenaustausch und eine laufende Zusammenarbeit aller Obersten Räte gewährleistet.

Bisherige Kommentare

  • Kommentar von: Paul

    Wie ist es mit einem Wechsel von einem Hochgrad in der GLLFvD zum AASR, bei Wechsel von FO zu AFAM. Wird dann der Hochgrad im vergleichbaren Hochgrad der AASR übernommen?

    • Kommentar von: Herbert K.

      Wenn ein Bruder von einer Johannisloge der GLLFvD zu einer Loge der GL AFuAMvD gewechselt ist, kann er kein Mitglied in den Erkenntnisstufen des FO mehr sein. Daher kann er dann als AFuAMvD-Bruder Mitglied im AASR werden. Er wird aber nicht sofort im vergleichbaren Grad übernommen. Da die beiden Systeme sehr unterschiedlich sind, muss dem neuen Bruder die Gelegenheit gewährt werden, unser System kennenzulernen. Allerdings werden die Fristen zwischen den Beförderungen bis zum bisherigen Grad verkürzt.

  • Kommentar von: Harry_R

    Liebe Br.:
    Gibt es eigentlich auch eine Besuchsübereinkunft mit dem Rektifizeirten Schottischer Ritus?
    Harry

    • Kommentar von: Durin

      Die kurze Antwort: Nein.
      Die etwas längere Antwort: Der ORD hat nur die angegebenen Besuchsabkommen geschlossen. Gerne zitiere ich noch einmal den Kommentar von Herbert K.: „Besondere Freundschaftsbeziehungen werden nur mit den Systemen geknüpft, für die von beiden Seiten ein besonderes Interesse hierzu besteht.“
      Was für die fernere Zukunft also nicht generell ausschließt, dass im Bedarfsfall weitere Besuchsabkommen geschlossen werden.
      N.B: In anderen Ländern gelten oft andere Besuchsregelungen als in DEU, denn die Obersten Räte sind in ihren Verantwortungsbereichen souverän.

    • Kommentar von: Herbert K

      Durin hat einen möglichen Wechsel in fernerer Zukunft angedeutet. Dieser Wechsel wird noch in diesem Jahr 2016 mit dem Rektifizierten Schottischen Ritus des Unabhängigen Großpriorats von Helvetien erfolgen.

  • Kommentar von: Thomas K

    Leider fehlt in diesem Artikel eine Anmerkung zur Doppelmitgliedschaft:
    Darf ein Mitglied des AASR auch Mitglied eines anderen Systems sein?

    • Kommentar von: Durin

      Man kann es so oder so sehen: Der AASR kennt keine Doppelmitgliedschaft, daher fehlt auch die Anmerkung dazu 😉

    • Kommentar von: Herbert K

      Die Obersten Räte kennen keine Doppelmitgliedschaften. Wer aus einem anderen Obersten Rat (OR) zu uns wechseln will, scheidet aus seinem bisherigen OR aus und wird bei uns Mitglied. Jeder Ritusbruder gehört auch immer nur einer Perfektionsloge an.
      Auch mit allen Obödienzen mit eigenen Erkenntnisstufen stimmen wir darin überein, dass es keine Doppelmitgliedschaften geben kann, schließlich geben die Besuchsmöglichkeiten genügend Einblicks- und Erlebnismöglichkeiten.

      Mitgliedschaften unserer Brüder in anderen regulären Obödienzen, mit denen wir nicht in freundschaftlichen Beziehungen stehen, wie z. B. dem York Ritus, stören die Mitgliedschaft bei uns nicht.

      Ausgeschlossen sind aber MItgliedschaften in nicht regulären Organisationen wie gemischte Logen, in denen die Mitgliedschaft seitens der VGLvD für alle regulär arbeitende Brüder Freimaurer unzulässig ist.

  • Kommentar von: Thorsten

    Liebe Brüder,
    in der oben gezeigten Aufführung fehlt doch noch ein System, der York Ritus. Warum besteht zwischen AASR und dem York Ritus kein Besuchsabkommen?
    Brüderliche Grüße
    Thorsten

    • Kommentar von: Durin

      Ein sehr berechtigte Frage, die ich spontan nicht beantworten kann. Es hängt sicher auch damit zusammen, dass der York Rite in DEU bisher nicht sehr präsent war. Wenn man die Schrift „75 Jahre AASR in Deutschland“ sehr aufmerksam liest, wird man sich wahrscheinlich auch noch den einen oder anderen (historischen) Grund zusammenreimen können.

    • Kommentar von: Herbert K

      Es gibt noch sehr viel mehr Obödienzen, mit denen keine Besuchsregelungen bestehen. Besondere Freundschaftsbeziehungen werden nur mit den Systemen geknüpft, für die von beiden Seiten ein besonderes Interesse hierzu besteht. In diesen Fällen gibt es dann auch die hier aufgeführten Besuchsregelungen.

    • Kommentar von: Thorsten

      Ich finde, dass auf Ebene der Brüder schon ein Interesse besteht, denn dadurch wird der freimaurische Ausstausch sowie die Festigung der Bruderkette in Deutschland gefördert, gerade in dem Zusammenhang, gegenseitigen Lernens und des Austausches. Jedes weiterführende System setzt unterschiedliche Schwerpunkte bzw. betrachtet die Inhalte aus einem anderen Blickwinkel und hat sicher auch seine Stärken und Schwächen. Zwischen den Graden des AASR und des YR gibt es teilweise auch große Ähnlichkeiten.

      https://scottishrite.org/about/media-publications/journal/article/myths-misconceptions-about-the-scottish-rite/

      Welche historischen Gründe meinst Du?

    • Kommentar von: Durin

      Ergänzung zu „historische“ Gründe:
      Der Wiederaufbau der Freimaurerei nach dem II. WK war alles andere als geradlinig. Sowohl die „blaue“ als auch die „schottische“ Maurerei mussten sich ihren Neuanfang mühsam erarbeiten. Im Jubiläumsband „75 Jahre AASR“ lässt sich dazu einiges – auch zum York Ritus – aus Sicht des ORD nachlesen. Insbesondere ist für mich interessant, wie sich der eine oder andere Protagonist im Laufe der Gründungsjahre unterschiedlich positioniert hat. Wie so oft entwickeln sich die „historischen“ Gründe meistens aus persönlichem Handeln.

  • Kommentar von: Peter H

    Wird hier nicht etwas falsch zugeordnet? Der innere und innerste Orient gehört zur RYzF, wird aber hier der 3 WK zugeordnet, die eigentlich Gradzahlen (römisch) hat bis zum BO, oder verstehe ich etwas falsch?
    Brdl.Gruss
    Peter Hochreither

    • Kommentar von: Durin

      Lieber Bruder Peter, vielen Dank für dem Hinweis! Die Grafik hat zwar gestimmt, der Text aber nicht ganz 😉
      Nun sollte auch der Text stimmen.
      Mit herzl. Schottengruß
      Heiko

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