Oberster Rat für Deutschland

Adam Weishaupt

Posted by: NN21.06.2015

Erhabenes Konsistorium »Adam Weishaupt« Nr. 68

München • Inspektorat Süd-Ost

Logenhaus:   Schwanthaler Str. 60, 80336 München

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Siegel Adam Weishaupt

Siegel des Konsistoriums

Das Patent vom „Deutschen Obersten Rat“ für das Konsistorium nennt den 23. März 1958 als Installationsdatum. Es wurde nach ADAM WEISHAUPT benannt, weil ihm eine besondere Rolle in der freimaurerischen Szenerie in München zufiel. Als Gründer des Illuminatenordens suchte er Anschluss an eine Freimaurerloge. Er wurde 1777 in München aufgenommen.

Weishaupt wurde Anfang 1777 in der Loge „Zur Behutsamkeit“ in München aufgenommen [1], einer Loge der Strikten Observanz. Die Strikte Observanz stand damals sehr in der Kritik und befand sich auf dem Weg zur Auflösung. Deswegen orientierte sich Weishaupt bald zur Loge „Theodor zum Guten Rat“.

Auch Br∴ Marquis Constantius de Costanzo, Mitbegründer des Illuminatenordens und Areopagit, aber auch Bruder der Mannheimer Loge „Carl Zur Eintracht“ [2], schloss sich Ende 1777 der Loge „Theodor zum Guten Rat“, einer Winkelloge [3], an. Auf seine Anregung wurde um ein Patent der Großloge Royal York Zur Freundschaft in Berlin im Dezember 1778 nachgesucht, die dieses auf den Namen „St. Theodor Du Bon Conseil“ am 5. Juli 1779 erteilte.

Oblatensiegel

Siegel – St. Theodor
du bon conseil

Unter Weishaupts Einfluss wurden eine Reihe von Persönlichkeiten in der Loge „Sankt Theodor zum Guten Rat“ aufgenommen und die im Umbruch befindliche Loge neu „aufgestellt“ [4] , wie man heute sagen würde. Unter der Leitung von Prof. Bader, den man wohl zum engeren Kreis um Prof. Weishaupt rechnen muss, verbesserten sie das Hausgesetz und verschlankten Grade und Rituale. Dies jedenfalls so erfolgreich, dass alsbald die Loge „Sankt Theodor zum Guten Rat“ beträchtlich an Ansehen und Attraktivität sowie viele neue Mitglieder gewinnen konnte.

Diese Situation führte dazu, dass Weishaupt aus den Ritualen der Strikten Observanz, den überkommenen Ritualen [5] der Winkelloge „Sankt Theodor zum Guten Rat“ und schließlich noch den Ritualen der Großen Landesloge Royal York zur Freundschaft schöpfen konnte, um die Grade des Illuminatenordens auszugestalten.

Diese enge Kontaktaufnahme mit der Maurerei in München hatte zwei wichtige Folgen:

Geheimes Kapitel

Geheimes Kapitel

  • Fünf Grade der Freimaurerei wurden in den Illuminatenorden integriert, nämlich die Symbo­lischen Grade Lehrling, Geselle und Meister sowie der Schot­tische Novize oder Illuminatus major und der Schottische Ritter oder Illuminatus dirigens, die beide als Überarbeitung damals bestehender Hochgrade gesehen werden können. Diese Entwick­lung ist keinesfalls künstlich und kann auch nicht als Übernahme der Freimaurerei gesehen werden, eher als Adaption für eigene Zwecke, wie es in der Geschichte häufiger vorkam.
    Die Überarbeitung der Grade war bei den vielfältigen Traditionen, die sich ohne Kontrolle einer Großloge entwickelten, durchaus angezeigt und zeitigte in der Restruktu­rierung der Loge „Sankt Theodor zum Guten Rat“ beflügelnde Erfolge. Durch die umstrittene Situation der „Strikten Observanz“ wegen der Templernachfolge waren viele Brr∴ gerne bereit, in ein ähnliches, aber weniger umstrittenes System zu wechseln.
  • Durch die Kontaktaufnahme in München zur Strikten Observanz und den anschließenden Erfolgen konnte Marquis de Costanzo Ende 1779 in Frankfurt mit Erfolg den Br∴ Adolf Freiherr Knigge für den Illuminatenorden interessieren, der im folgenden Jahr gut 2000 Brr∴ der Strikten Observanz aus ganz Mitteleuropa in den Illumniatenorden abwerben konnte. Diese Übernahme vieler Brr∴ der untergehenden Strikten Observanz war der eigentliche Ausbreitungserfolg des Illumnatenordens, die durch die weitreichenden Verbindungen Knigges und die beeindruckenden Restrukturierungen in der Münchener Maurerei befördert wurden.
Stempel St. Theodor

Stempel St. Theodor

Wenn man sich die Siegel genauer anschaut, erkennt man einerseits die Eule – eine Besonderheit im maurerischen Symbolkanon; aber auch Weishaupt wählte für sich und den Illuminatenorden die Eule als Wahrzeichen.

Andererseits erkennt man in Siegel des „Geheimen Kapitels“ das „Wort“ und das Andreas­kreuz, Symbole, die man durchaus mit den Graden 13 bis 18 des schottischen Ritus in Verbindung bringen kann.

Im Stempel erkennt man das Dreieck mit dem Auge, das Symbol des Allmächtigen, hier durchaus mit einem altägyptisch – herme­tischen Ausdruck. Darüber sieht man einen fünfstrahligen Stern, darin ein „Ypsilon“ mit einer Verzierung. Dieses „Ypsilon“ wurde in der Vergangenheit als Hinweis auf die Großloge Royal York zur Freundschaft verstanden. Über dem Stern eine Verzierung aus zwei Zweigen eines Hartlaubgewächses.

Allerdings gibt es in den höheren Graden des Schottischen Ritus den Grad des „Ritters von der Ehernen Schlange“, der mit seinem thematischen Fundus sicher in die Zeit der Loge „St. Theodor zum Guten Rat“ reicht. Die hoch aufgerichtete eherne Schlange, ein Bildzitat aus dem Alten Testament, könnte durchaus auch eine Interpretation der oberen Siegelhälfte darstellen. Damit würde immerhin eine thematische Traditionslinie aus der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts bis zum heutigen Schottischen Ritus in München bestehen. Es würde mich nicht wundern, wenn weitere Forschungen ergeben würden, dass die Lehren dieses Grades in München in ihrer damaligen Form in der Loge Theodor zum Guten Rat bearbeitet wurden.

Aus diesen Betrachtungen wird erkenntlich, wie alte Ritualinhalte bis in die heutige Zeit tradiert und in den Hochgraden des Schottischen Ritus gepflegt werden. Allerdings ist der Schottische Ritus erst 1804 gegründet worden und die Grundanlage der heutigen Rituale wurden durch Albert Pike in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahr­hunderts vorgenommen. Deswegen kann man getrost Schnittmengen zwischen den frühen freimaurerischen Hochgraden, den Themen der Rosenkreutzer, der Strikten Observanz und eben der Illuminaten unterstellen.

Wenn man auf die Gründungszeit des Konsistoriums ADAM WEISHAUPT in München 1958 schaut, kann man durchaus auf den Gedanken kommen, der Erneuerungsimpuls durch die Illuminaten um 1779 in der Freimaurerei könnte als Leitmotiv für die Gründung des Konsistoriums gedient haben – wie auch der Appell des Illuminatenordens zu ethisch-moralischen Bindungen des Bürgers und der Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft in der Nachkriegszeit als Gegenentwurf zur Nazizeit ein Gewicht in der Namenswahl gehabt haben mag. Diese Interpretation wird durch die Namensgebung der Perfektionsloge WIELAND und des Erhabenen Areopags MAXIMILIAN GRAF VON MONTGELAS, deren Namens­patrone ebenfalls Illuminaten waren, nur unterstrichen und historisch noch weiter gefasst. [tmk – 2015]

Fußnoten

[1] Beyer, Dr. Bernhard Beyer, Freimaurerei in München und Altbaiern,
Bauhütten Verlag Hamburg, 1973, S.64

[2] Beyer,a.a.O., S. 88

[3] Eine Loge, die keiner Großloge angehört und deswegen in der regulären Maurerei nicht anerkannt ist.

[4] Vgl. Leopold Engel „Geschichte des Illuminatenordens“, S.88, nach Beyer S.89

[5] Möglicherweise auch die Rituale der ersten, unter Initiative französischer Brr∴ entstandenen „Loge de l’Union et de l’Amité“ und „Ordre de L’Etoile Flamboyante de l’Orient“ mit den Grade Lehrling, Geselle, Rose-Croix Grand Eccosais de la voûte sacrée de Jacques VI. Vgl. Beyer S. 40

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